Betreuungsanspruch ab 1. August: Erster Kita-Fonds zieht Bilanz

Mit dem 1. August tritt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft. Auch für AviaRent Capital Management ist der 1. August ein wichtiger Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Der Fondsanbieter, der 2011 mit KinderWelten I den ersten Kita-Fonds initiierte, konnte inzwischen sechs Kindertagesstätten in Betrieb nehmen. Sieben weitere sind im fortgeschrittenen Baustadium, bei einigen wurde unlängst Richtfest gefeiert. Drei weitere stehen unmittelbar vor Baubeginn. Insgesamt konnte der Fonds ein Portfolio von 24 Objekten für KinderWelten I sichern. Rund 2500 Kita-Plätze wird KinderWelten I somit bereitstellen.

Kindertagesstätten als Anlageobjekt für institutionelle Anleger – geht diese Rechnung auf? „Wir ziehen eine positive Bilanz“, sagt Dan-David Golla, Managing Partner und Mitbegründer des Unternehmens. „Die Resonanz auf Investorenseite ist nach wie vor sehr gut. Kitas als Asset-Klasse verbinden ein attraktives Investment mit gesellschaftlichem Nutzen – dieser Aspekt ist für unsere Anleger wichtig“, so Golla weiter. 60 Millionen Euro konnten für KinderWelten I bislang eingesammelt werden. KinderWelten II wird voraussichtlich die gleiche Größenordnung erreichen, und das, obwohl die Zielrendite mit rund sechs Prozent aufgrund des partiellen Wegfalls der Investitionskostenförderung um einen Prozentpunkt geringer ausfällt, als bei KinderWelten I.

Potenzial ist nach wie vor vielerorts vorhanden. „Das Erreichen der Ausbauquote von 39,4 Prozent bundesweit sagt in der Tat wenig aus über die Situation vor Ort“, weiß Olav Schöningh, Einkaufsleiter und Managing Partner von AviaRent, zu berichten. „An manchen Standorten ist der Bedarf bereits voll gedeckt, aus unserer täglichen Erfahrung können wir jedoch sagen: Nach wie vor klaffen große Lücken im Betreuungsnetz“, so Schöningh. Vor allem in urbanen Ballungszentren sei die Nachfrage ungebrochen hoch. Einen Ausbaubedarf von 60 Prozent, wie ihn beispielsweise die Hans-Böckler-Stiftung proklamiert, hält Schöningh dort für realistisch. Gleichzeitig erschweren hohe Grundstücks- und Immobilienpreise die Projektentwicklung. Auch besondere Angebote wie Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten werden dringend gebraucht.

„Umso schöner ist, dass viele Jugendämter privaten Investoren inzwischen positiv gegenüber stehen. Die Referenzprojekte, die inzwischen vorhanden sind, haben dazu wohl beigetragen“, beurteilt Dan-David Golla die zunehmende Offenheit seitens der Kommunen. Schließlich hatte AviaRent mit der Auflage eines Kita-Fonds selbst Neuland betreten. In Zeiten der Finanz- und Immobilienkrise sei eine gewisse Skepsis gegenüber Privatinvestoren in diesem Bereich verständlich. Man bemühe sich, durch eine transparente und kontinuierliche Informationspolitik gegenüber allen Beteiligten das gewonnene Vertrauen weiter zu vertiefen. Dass inzwischen weitere Marktteilnehmer mit Kita-Fonds aktiv sind, begrüßt das Unternehmen.